Nachdem wir im heimeligen Winterraum Quartier gemacht haben, traf sich unsere sechsköpfige Gruppe zu einer ersten Theorieeinheit, wo uns Oli mit den wichtigsten Grundlagen vertraut gemacht hat. Geschult wurden unter anderem die Knoten Prusik, Sackstich, Achter, HMS, Mastwurf, Garda- und Schleifknoten, Materialkunde, Zug- und Haltekräfte sowie verschiedene Sicherungstechniken und Standplatzbau.
Die praktische Ausbildung begann dann am Samstag morgen: nach einer guten Stunde Zustieg legten wir am Gletscher die Steigeisen an, übten das korrekte Gehen auf dem Blankeis und folgten dem Eisparcour, den Oli für uns angelegt hat. Neben dem Durchsichern durch Gletscherbruch wurde auch das Anbringen und Befolgen eines Fixseils geübt. Das typische Hochtourenwetter wurde hierbei von 9 bis 14 Uhr durch starken Regen vorgetäuscht, der die Übung aber nur noch realistischer machte. Überdies lernten wir, dass die Sektion Trostberg im Gegensatz zu anderen Sektionen wegen Wetter niemals aufgibt.
Einem Bergsteiger bläst der Wind übrigens immer ins Gesicht: beim Aufstieg begegnet ihm die kalte Luft auf ihrem Weg nach unten, beim Abstieg bläst ihm die warme aufsteigende Luft ins Gesicht. Wenn es anders ist, wie bei uns, so bedeutet das leider schlechtes Wetter und das Wasser sammelt sich in den Schuhen.
Zurück auf der Hütte übten wir in der dortigen Kletterhalle Standplatzbau und Spaltenrettung. Letztere probten wir mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln: Körper- und Beinprusik mit Garda, Micro-Traktion und Rescue - schließlich kann es im Notfall stets passieren, dass Material verloren geht - eine Rettung muss dann natürlich mit sämtlichem noch vorhandenen Material erfolgen.  
Am Sonntag hatten wir dann das Glück der Tüchtigen: bei strahlendem Sonnenschein konnten wir das Erlernte am Gletscher in einer tiefen Spalte in die Praxis umsetzen. Alle Teilnehmer konnten sich aus dieser erfolgreich selbst befreien bzw. gerettet werden. Wir haben nicht schlecht gestaunt, als die Vorhersage vom Oli eingetroffen ist: Metall ist ein hervorragender Wärmeleiter und unsere Eisschrauben für den Stand hat die Sonne in kurzer Zeit ausgeschmolzen. Gut, dass Oli die beiden Stände mit zwei Eissanduhren hintersichert hat, denen die Wärme nichts anhaben konnte und wir deshalb jederzeit safe waren. 
Elli, die Traunsteiner Hüttenwirtin hat unsere Akkus dann ein letztes Mal mit köstlichen Kässpatzen aufgefüllt und um 16 Uhr waren wir wieder in Krimml. Seltsamerweise war die Radltour nach Krimml deutlich weniger anstrengend als die Auffahrt zur Hütte - Oli meinte, das liege daran, dass es bergab gegangen ist.
Für uns war der tolle Kurs nicht der erste Eiskurs und Wiederholung ist bekanntlich die Mutter alles Wissens, aber dieser Kurs war mit Abstand der beste und wir haben narrisch viel gelernt - dem Oli danken wir dafür ganz ganz herzlich!
Bericht: Anja und Hannes; Bilder: Armin Kain