Schließlich ging es in den Innenhof des Neuen Schlosses. Und dann steht man vor einer 50 Meter hohen und 500 Meter breiten Wand aus Nagelfluh, die einen fast erschlägt. Drei verschiedene Burgen finden dort Platz. Auf der Ebene, auf der man sich befindet, ist das sog. „Neue Schloss“ aus der Renaissancezeit, das heute noch bewohnt wird und in dem sich ein Internat und eine Brauerei befinden. Auf halber Höhe sieht man in den Felsen hinein gemeißelt die sog. Klause, in der von 1931 bis 1934 der letzte Eremit hauste. Die Klause kann einmal im Jahr im Sommer besucht werden.
Am interessantesten ist die Höhlen- bzw. Felsenburg, deren Gemächer, Gänge und Grotten, vollständig in den Nagelfluh gehauen wurden und die man vom neuen Schloss aus wunderbar sehen kann. Das Trotzige, Düstere der Höhlenburg beeindruckt schon außen her. Vom Inneren der Burg konnten die AVler leider gar nichts sehen, da Führungen nur im Sommer stattfinden.
Schließlich führte die Wanderung über eine große, sonnige Hochebene an mehreren Weilern vorbei in großem Bogen zum mittelalterlichen Hochschloss mit Wall, Ring, alten Mauern und Schießscharten. Dieses wurde erst kürzlich saniert. Auf dem großen Platz vor der Burg erzählte Regina Grundner die Sage vom Heinz von Stein, der ein wilder Ritter von furchterweckender Gestalt war (hervorstehende Zähne usw.) Er führte so ein frevelhaftes Leben, dass er nicht in geweihter Erde ruhen durfte. Er raubte unter anderem in einem Felsengang die liebreizende Waltraud aus Trostberg, die sich daraufhin selbst den Tod gab.
Natürlich korrigierte Grundner die Schauergeschichte: Erste steinerne Burg um 1100 unter den Edelfreien von Stein, Hundert Jahre später tauchen die Törringer auf und bleiben lange da, verschiedene Belagerungen und Fehden. Nach 1829 häufiger Wechsel der Besitzer, unter anderem folgte die bayerische Prinzessin Amalia Braganza, spätere Gemahlin des Kaisers von Brasilien sowie ihr Neffe Fürst Nikolaus von Leuchtenberg-Romanowsky. Das Schloß ist heute im Besitz der Schlossbrauerei Stein, seit 1934 sind die Familien Wiskott-Ellermann Besitzer der Internatsschule.
Zum Abschluss der wunderschönen Wanderung stellten sich alle Teilnehmer etwas zusammen und Regina Grundner sprach ein paar Worte des Dankes, der Bitte und des Totengedenkens. Mit dem Vater unser und dem Lied "Lobet den Herren" ging es über einen schmalen Steig hinunter zum Ausgangspunkt.