Am nächsten Tag läutete der Wecker dann schon um 3 Uhr, um  bei den ersten am Berg zu sein. Damit waren wir auch recht erfolgreich, fast die ganzen 1400 Hm mussten wir spuren, so wurde uns wenigstens warm, bei den eisigen Temperaturen. Pünktlich am Gipfel riss es dann aber auf und die ersten Sonnenstrahlen trafen uns. Leider konnten wir sie aber nicht genießen, denn die nachdrängenden Seilschaften ließen uns kaum Zeit auf dem Gipfelblock, jeder will schließlich mal zum höchsten Punkt. Und so wurden wir im Einbahnstraßensystem des Gran Paradisos weitergedrängt, es ist halt doch einfach ein leichter, überlaufener 4000er. Problemlos gings zurück zur Hütte und nach einer kurzen Pause weiter ins Tal. Hier suchten wir uns einen netten kleinen Campingplatz, wo ein Ruhetag auf dem Plan stand. Nach diesem gings dann weiter auf der gegenüberliegenden Seite des Aostatals, ein paar Unersättliche brachen schon um 5 Uhr auf um sich noch den Gipfel des Castors gutzuschreiben. Für den Rest ging es gemütlich um 10 Uhr los nach Gressonney. Hier kamen wir perfekt zur letzten Bahnfahrt vor der Mittagspause an, womit die ersten 800 Hm schwebend überwunden werden konnten. Danach weiter in dichtestem Nebel, in mystischer Stimmung zum Rifugio Quintina Sella (3585 m). Pünktlich mit den ersten Schneeflocken erreichten wir die Hütte, einfach ein perfektes Timing. Hier trafen wir auch wieder auf den Rest, der Wind hätte sie fast vom Berg gefegt und somit einen Gipfelerfolg unmöglich gemacht. Dafür hatten sie die besten Plätze in der Gaststube für uns belegt. Vor dem nächsten Morgengrauen ging es dann schon wieder los, wolkenlos aber leider immer noch unglaublich windig. Aber tja, nur die Harten kommen in den Garten, bzw. auf den Lyskamm (4479 m). Und so ging es zuerst über den flachen Gletscher, über eine Steilstufe, weiter auf ein Hochplateau, über einen Grat zu einer relativ steilen Eisflanke. Durch diese legten wir ein Geländerseil und so konnten wir die Schlüsselstelle gefahrlos hinter uns bringen. Von hier stiegen wir auf einem messerscharfen Grat entlang, leider ließ der starke Wind kaum Genuß aufkommen, die Aussicht wäre wirklich atemberaubend gewesen. So viel die Gipfelrast wieder entsprechend kurz aus, ca. eine Minute. Am Abstieg pickelnden wir noch einmal hoch konzentriert die Steilflanke ab und danach wars nur noch Genusswandern zur Hütte zurück. Auch der Wind hatte endlich nachgelassen und es wurde fast schon zu warm. Dann das übliche, Abstieg ins Tal und die viel zu lange Heimfahrt nach Trostberg, das wir tief in der Nacht erreichten. Eins ist jedoch klar, nächstes Jahr kommen wir wieder…